Die Verhaftung

Noch bevor die Bombe hochging wurde Georg Elser verhaftet. Aber nicht wegen dem Attentat. Um 20.45 Uhr versuchte er sich über die Grenze bei Konstanz zu schleichen, weil seine Grenzkarte bereits 1935 abgelaufen war. Im Garten des Wessenberg’schen Erziehungsheim, genau bei der Grenze wurde er von einem Zollbeamten verhaftet. Auf die Frage, was er denn hier mache, antwortete der schüchterne Tischler, er habe sich verlaufen. Dem Zollbeamten war natürlich klar, dass kein Mensch sich mitten in der Nacht an die Grenze verlaufe und so forderte er Elser kurzerhand auf, mit ins Zollhaus zu kommen, dass sich nur ungefähr 150 Meter entfernt befand. Sie brachten Elser dann erstmal ins Hauptzollamt, es war das letzte Gebäude auf deutschem Boden, fünfzehn Meter entfernt war die Schweiz, die durch keinen Schlagbaum abgetrennt war. Elser hätte mit ein paar Schritten in die Schweiz fliehen können, in die Sicherheit, aber noch dachten alle, einschließlich er, dass es nur bürokratisches Geplänkel sein werde und man ihn dann laufen lassen würde. Noch war die Bombe nicht explodiert.

Aber zuerst durchsuchten sie ihn und fanden ein paar Federn, Schrauben usw. und eine Postkarte vom Bürgerbräukeller. Doch dann, als Elser sich bis auf die Unterwäsche zu entkleiden hatte, fanden sie etwas belastendes: an seinem Jackenaufschlag hing eine Anstecknadel der illegalen kommunistischen Widerstandsgruppe, des ROTFRONTKÄMPFERBUNDES.

Die Zollbeamten riefen die Gestapo an.